Leseprobe:
Rezepte für´s Leben (Gertrud Keitel)
Kaiserschmarrn" und arme
Ritter
Hinter jedem Gericht steht eine Geschichte.
Bei der Überschrift könnte man an ein Spektakel aus dem Mittelalter
denken. Es ist ein sehr altes Gericht und das andere ist aus der Not geboren.
Beides wurden kreiert, weil man es sich nicht leisten konnte, Essbares
einfach wegzuwerfen. So sind auch all die Gemüsesuppen entstanden,
In Niedersachsen war es das Durcheinander und in Hessen Eintopf.
Die bekanntesten mit festen Rezepten, die aber immer wieder abgeändert
werden, sind wohl das Leipziger Allerlei und Labskaus
aus Hamburg.
Der Kaiserschmarrn stammt aus Österreich und wird gern auf Berghütten
nach Wanderungen oder Skifahrten serviert.
Angeblich hatte sich ein Herrscher verirrt, war auf einer Berghütte
angekommen und die Wirtin hatte fast keine Lebensmittel. So bereitete
sie aus den Resten: Eier, Milch, Mehl einen einfachen Teig zu und backte
die eine Seite in der Pfanne. Dann drehte sie den Kuchen um, zerrupfte
ihn und backte ihn zu Ende. Sie streute ein wenig Zucker darüber
und servierte das einfache Mahl dem Gast. Der lobte und fand es köstlich.
Die Wirtin aber wehrte ab und sagte: So a Schmarrn, dös ist
doch ganz einfach.
Darauf der Gast: Ja, aber dann ist es ein Kaiserschmarrn.
Der Gast war der damalige österreichische Kaiser. Soweit die Sage
von der Entstehung.
Bei armen Rittern wurde altes, oft hartes Brot oder Weißbrot
verwendet. Milch und Ei wurden verrührt und das Brot hinein gelegt,
damit es sich ein wenig vollsaugen konnte. Nun wurde es in der Pfanne
gebraten und dann mit Zucker bestreut und mit Kompott serviert. Das war
wirkliche Resteverwertung, wurde aber von der Mutter ab und zu aus Weißbrot
zubereitet, wir Kinder mochten es.
Man kann beide Gerichte aber auch herzhaft zubereiten. Hierzu kann man
Gewürze, Kräuter und Käse und Schinkenreste verwenden.
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